Gipfelkreuze - Schwarzweiß Photographien


Ein Kreuz – aus der Schräge von unten ins Bild gesetzt. Ein wie Treibholz von der Witterung gezeichneter Holzstamm zieht sich empor, verzweigt sich in klaren Konturen, in Spannung gehalten durch Drahtseile vor einem klaren Himmel.

Seit über zehn Jahren begleiten den Photographen Ludwig Watteler Momente wie dieser. Nach den Strapazen des Aufstiegs zeigt sich dem Bergsteiger ein Gipfelkreuz, mal angeschnitten hinter einer Schnee-wehe, mal halb verborgen unter einer Schneekruste, mal durch Gegenlicht oder Nebel kaum erkennbar. 


Er sei von Einheimischen schon einmal augenzwinkernd gefragt worden, ob er das schon könne, das photographieren. Weil er nicht mit dem Kreuz im Rücken das Alpenpanorama in den Blick nimmt, die klassische photographische Trophäe, die bereits die Alpinisten des 18. Jahrhunderts in die Berge gebracht hat. Die Berge sucht man meist vergebens in Wattelers Photographien. 


Hingegen nimmt er die Geometrie des Kreuzes in den Blick. Eine Geometrie, die in der theologischen Deutung für die Menschen und das irdische Dasein in der horizontalen Linie, und für das Göttliche, das Unvergängliche im Vertikalen steht. Der Körper Jesu Christi ist auf den Photographien Wattelers mal Teil des Kreuzes, mal nicht. Mal lassen sich die Konturen unter Eis nur erahnen, mal ist die Gestalt Zentrum des Bildes, leblos und ausgezehrt. Nicht selten scheint es um eine kathartische Erfahrung zu gehen, die mit der Sichtung des Kreuzes am Ende eines langen Weges einhergeht und gezielt von der greifbaren Welt abgekoppelt ist. 

Für viele Talbewohner sind die Kreuze ein natürlicher Teil des Lebens, der in schweißtreibender Arbeit seinen Weg auf den Berg findet. Gleichzeitig sind sie ein – nicht unumstrittenes – Zeichen der menschlichen Erschließung von Natur, eine menschliche Interpretation der Berggipfel als religiöse Erfahrung, die in die Landschaft 

eingeschrieben wurde.


Wenn Ludwig Watteler rücklings unter dem Kreuz liegt, um den richtigen Winkel festzuhalten, geht es nicht darum, sich durch das "Bezwingen" eines Berges mit dem klassischen Panorama der Landschaft zu belohnen. Es ist ein anderer Blick. Ein Blick, der sowohl die religiöse Wahrnehmungswelt dieser Zeichen als auch die Handgriffe, die zu ihrer Errichtung geführt haben, spürbar macht. 


Text © Dr. Daniel Bürkner, München


Digitalfotografie, Fine Art Print mit 2mm Schrägschnitt Museumspassepartout, Acryl, Alu Dibond, Forex. Verschiedene Formate möglich. Anfragen bitte an ludwig.watteler(at)photographien.de Copyright - Ludwig Watteler, siehe Impressum.























Brecherspitz, 1.683 m, Mangfallgebirge, Bayern

Aiplspitz, 1.759 m, Mangfallgebirge, Bayern

Ettaler Maandl, 1.636 m, Ammergauer Alpen, Bayern

Breiter Grießkogel, 3.287 m, Stubaier Alpen, Tirol

Kleiner Solstein, 2.637 m, Inntalkette, Tirol

Bleispitze, 2.189 m, Ausserfern, Tirol

Kleinmoosalm, 1.624 m, Kitzbühler Alpen, Tirol

Wildgrat, 2.971 m, Ötztler Alpen, Tirol

Tschirgant, 2.370 m, Mieminger Kette, Tirol

Steinmandl, 2.052 m, Kleinwalsertal, Allgäuer Alpen

Große Laugenspitze, 2.434 m, Ultental, Südtirol

Würmtalerkopf, 3.228 m, Ötztaler Alpen, Tirol

Birnhorn, 2.634 m, Leoganger Steinberge, Tirol

Ausserraschötz, 2.282 m, Grödner Tal, Südtirol

Brecherspitz b. Nacht, 1.683 m, Mangfallgebirge, Bayern

Marienstatue, Diamantiditurm, 2.842 m Latemargebirge

Hasenöhrl, 3.257 m, Ortler Alpen, Südtirol

Rofanspitze, 2.259 m, Brandenberger Alpen, Tirol

Hohes Licht, 2.259 m, Allgäuer Alpen, Tirol

Schildenstein, 1.613 m, Mangfallgebirge, Bayern

Bodenschneid, 1.668 m, Mangfallgebirge, Bayern

Seceda, 2.519 m, Geislergruppe, Dolomiten, Südtirol

Steinmandl, 2.052 m, Kleinwalsertal, Allgäuer Alpen

Suuntiger, 2.321 m, Karwendel, Tirol

Loser, 1.837 m, Totes Gebirge, Steiermark

Muttekopf, 2.274 m, Lechtaler Alpen, Tirol

Laggers, 2.328 m, Lechtaler Alpen, Tirol


Ödkarlekopf, 2.257 m, Lechtaler Alpen, Tirol